Lernen wie ein Nomade?

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Geregelte Stundenpläne, Anwesenheitspflicht, wer zu oft durchfällt, darf nicht weiterstudieren – die Liste der Kritikpunkte am Bachelor-Studium von Universitäten ist lang. Studenten wünschen sich in diesem straff organisierten System mehr Flexibilität, mehr Abwechslung, mehr Eigenverantwortung. Darauf reagierte eine Business School in Amsterdam, die ein Studium in Eigenregie anbietet. Doch bringt sie wirklich die erhoffte Erleichterung oder ist so viel Freiheit doch zu viel?

Seit 2010 gibt es die Knowmads-Business-School, und ihr Name ist Programm: Wie Nomaden haben Studenten hier viel Freiheit und kaum konkrete Vorgaben, wie sie sich ihr Wissen aneignen. Mit der Hälfte ihrer Semestergebühr dürfen die Studenten selbst Projekte organisieren, jeder hat einen Schlüssel zur Uni, es wird zusammen gekocht und gegessen oder der Uni-Garten bestellt. Statt Professoren gibt es so genannte Tribe-Leaders. Als eine Mischung aus Kumpel und Pädagoge betreuen sie etwa ein Dutzend Studenten, die sie auch gerne mal für einen Abend zu sich nach Hause einladen. Man will jungen Menschen helfen, ihren eigenen Weg zu finden.

Diese großen Freiräume mögen das sein, nach was sich so mancher Bachelor-Student sehnt. Keine Semester oder überfüllten Hörsäle mit Hunderten von Studenten, stattdessen kleine Gruppen, flache Hierarchien und viel Freiheit im Stundenplan. Doch es gibt einen bedeutenden Haken an diesem System, dass ein wenig nach Hippie-Kommune klingt: Nach einem Jahr an der Knowmads-Business-School erhalten die Absolventen keinen anerkannten Abschluss. Doch bei den Knowmads befürwortet man lieber das kreative Chaos als strenge Vorgaben, was letztlich vielleicht besser auf das wahre Leben vorbereitet als so mancher ordnungsgemäßer Bachelor, oder? (Quelle: hier)


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