Mobile Learning.

Was Sie darüber
wissen sollten.

· Begriffsklärung
· Anforderungen an das Mobile Learning
· Vorteile und Schwächen des Mobile Learning
· Nutzen für Unternehmen
· BRAINYOO und HUK – ein Team, das zeigt, wie es laufen kann

Der Begriff des Mobile Learning ist in aller Munde. Doch oft genug stellt sich die Frage: Was ist das eigentlich genau? Wie wird das Mobile Learning definiert? Was sind die besonderen Kennzeichen des Mobile Learning? Welche Formen gibt es und welche Vor- und Nachteile bringt es mit sich? Welchen Kriterien muss es ge- recht werden, damit man es richtig einsetzen kann? Und schließlich: Welchen Nutzen können Unternehmen daraus ziehen?

Nachfolgend wollen wir diesen Fragen auf die Spur kommen: Den Begriff des Mo- bile Learning klarer definieren und auch schauen, welche Wege Mobile Learning in Zusammenarbeit mit anderen Lernmethoden gehen kann.

Begriffsklärung

Für einen ersten Ansatz soll folgende Definition weiterhelfen:
Als mobiles Lernen wird ein zeit- und ortsunabhängiges Lernen bezeichnet, das vom Lernenden höchst individuell genutzt werden kann.
Um genauer auf den Begriff des „Mobilen“ innerhalb des Lernens einzugehen, schauen wir uns die Definition von Kakulska-Hulme et al. aus dem Jahr 2009 an. [1]

In dem genannten Aufsatz benennen sie folgende Formen der Mobilität als Teilaspekte des mobilen Lernens:

  • Die physische Mobilität der Lernenden
  • Die Mobilität/Tragbarkeit der Technologie
  • Die Mobilität von Lernkonzepten und -projekten
  • Die soziale Mobilität der Lernenden (in Lerngruppen oderwechselnden sozialen Bindungen)
  • Die Mobilität der Lernenden in der Zeit [1]

Betrachtet man diese Aufzählung, fällt auf, dass es eine einfache Definition des Begriffs nicht geben kann. Möchte man sich einer Definition über die zeitliche Entwicklung nähern, kann man dies wie folgt angehen: Mit der Nutzung von Smartphones und Tablets für das Lernen war die Standortabhängigkeit des Lernens aufgehoben. Nun war es nicht mehr notwendig, zum Lernen am Schreibtisch oder in der Bibliothek zu sitzen, denn eine Großzahl digitaler Lerninhalte konnte nun mithilfe kleiner Geräte transportiert werden. Darüber hinaus entwickelten sich intelligente Lernsysteme, derer man sich zuvor am Computer bedienen konnte, die man nun als App auch auf Tabletts und Smartphones mobil anwenden konnte.

An diesem Punkt sind die physische Mobilität der Lernenden sowie, wie eben benannt, der Technologie bereits immanent. Aufgrund dieser Mobilitätsvarianten ergibt sich der Bedarf, auch die klassischen Lernmethoden neu zu überdenken, ja regelrecht aufzubrechen, um die neue Lernmethode an das bestehende Lernsystem anzubinden. An dieser Stelle offenbart sich die notwendige Mobilität der Lernkonzepte. [2]

Wiederum als Folge der Veränderung bei den Lernkonzepten ergibt sich die soziale Mobilität, derer sich die Lernenden bedienen: Sie können an einem festen Lernort (beispielsweise einer Schule oder Universität oder dem Unternehmen) in einer Lerngruppe lernen oder in einer Lerngruppe an unterschiedlichen Orten, vernetzt mit mobilen Geräten. Natürlich kann der Lernende auch unabhängig von einer Lerngruppe digital lernen.

All diese unterschiedlichen Möglichkeiten zeigen auf, dass Lernende zeitlich nicht eingeschränkt sind, sondern sich auch innerhalb der (Lern-) Zeit frei bewegen können.

Durch die Möglichkeit, in nahezu allen Situationen lernen zu können, sei es während der Busfahrt oder in der Wartezeit beim Arzt – eröffnen sich neue Wege mit dem Lernen umzugehen. Auch bietet digitales Lernen den Mehrwert einer automatisierten Erfolgskontrolle. Hier wird dem Lernenden visualisiert, wie viel Zeit er bereits investiert hat und wie gesichert sein aktuelles Wissen ist. Aber nicht nur das: Auch eine Steuerung der Lernzeiten und Erinnerungen in Form von Push-Nachrichten wirken positiv auf den Lernerfolg ein. Den Überblick zu verlieren und Inhalte zu übersehen, ist somit kaum mehr möglich.
Schlussendlich ist es aber nicht so, dass die Mobilität des Endgeräts entscheidend ist, sondern die Tatsache, dass die Lernenden ihre Lernumgebung immer mit sich tragen. [3]

Anforderungen an das Mobile Learning

Aufgrund des detailreichen Herangehens an den Begriff des Mobile Learning lässt sich erklären, dass nun auch näher betrachtet werden muss, welchen Anforderungen das mobile Lernen gerecht werden sollte, damit es sinnvoll eingesetzt werden kann und den Lernenden somit einen Mehrwert bringt.

Das mobile Lernen an sich zeichnet sich dadurch aus, dass es personalisiert und lernendenzentriert ist. Weiterhin ist es situiert und verbindend. Darüber hinaus ist das Mobile Learning ein großer Aspekt des lebenslangen Lernens. [2] Es verhält sich also anders als Präsenzunterricht oder das Lernen mit einem Buch und lässt sich wesentlich unkomplizierter an die Bedürfnisse der Lernenden anpassen. Insbesondere im Hinblick auf das lebenslange Lernen lässt sich eine starke Affinität desselben hinsichtlich des Einsatzes mobiler Technologien erkennen. [4]

Auf seiner Internetseite geht auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) auf den Nutzen des mobilen Lernens ein und weist hier explizit auf dessen Vorteile im Zusammenhang mit der Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern hin. [5]

Wichtig im Zusammenhang mit den Anforderungen an das mobile Ler- nen ist die Tatsache, dass man es nicht losgelöst von anderen Lernszenarien betrachten kann, sondern dass es ein Teil des Lernkanons ist. [2] Darauf wollen wir nun näher im Abschnitt „Vorteile und Schwächen des Mobile Learning“ eingehen.

Vorteile und Schwächen des Mobile Learning

In ihrem Beitrag „Mobile Learning“ konstatieren Olearczyk und Kauffeld, dass die Vorteile des mobilen Lernens enorm seien: Durch die Nutzung in Leerzeiten, die Unterstützung der Lernsoftware bei bedarfs- und pro- blemorientiertem Lernen und die Möglichkeit, Gruppenarbeiten flexibler gestalten zu können, entsteht ein großer Mehrwert für die Lernenden. Allerdings stellen sie auch fest, dass diese Form des Lernens nicht geeignet ist, komplexe Zusammenhänge zu verinnerlichen. [6]

Welche Handlungsanweisungen lassen sich nun aus diesen Erkenntnissen ableiten?

Es sieht also so aus, dass zwar kleine, nicht allzu komplexe Einheiten gut mit E-Learning-Angeboten gelernt werden können, größere komplexe allerdings nicht. Aus diesen Feststellungen resultiert nun auch das Anwendungsgebiet des Mobile Learning: Das Mobile Learning steht nicht als alleinige Lernmethode unabhängig zur Verfügung, sondern muss immer im Kontext anderer lernpädagogischer Erkenntnisse betrachtet werden. Es bietet sich also an, komplexe Zusammenhänge in Präsenzveranstaltungen zu vermitteln, um sich anschließend der digitalen Lernmethoden zum Verinnerlichen zu bedienen. Alternativ zu Präsenzveranstaltungen wäre auch eine Integration von Lernhörspielen oder Videosequenzen denkbar, um komplexe Inhalte zu transportieren.
Auch Sandra Schulz, die die Anforderungen an das selbstgesteuerte Lernen erforscht hat, konstatiert bei der Zusammenfassung ihrer Ergebnisse, dass das Mobile Learning zur Ergänzung von Präsenzveranstaltungen dienen solle. Es habe sich zudem für die Vor- und Nachbereitung derselben bewährt. Somit lässt sich auch in ihrer Studie die Notwendigkeit einer Kombination aus unterschiedlichen lernpädagogischen Konzepten herauslesen. Weiterhin schätzen es die Probanden, wenn ihnen für inhaltliche und technische Fragen Ansprechpartner zur Verfügung stehen, was für eine Kombination mit dem Präsenzunterricht spricht. [7]

Nutzen für Unternehmen

Zusammenfassend lässt sich Folgendes sagen: Das Mobile Learning kann zu einem großen Gewinn in der Ausbildung oder der betrieblichen Weiterbildung werden.

Hinsichtlich der Einführung von Mobile-Learning-Angeboten haben Gloerfeld und Sieber 2013 die Erkenntnis gewonnen, dass die Einbeziehung der Mitarbeiter in den Entwicklungsprozess und in die Konzeption zu einer höheren Akzeptanz der neuen Lernmethoden führt. [8]

Wichtig hierbei sind darüber hinaus umfangreiche Schulungen der Mitarbeiter, um die Sicherheit im Umgang mit der neuen Lernmethode zu gewährleisten. Eine besondere Herausforderung für die einführenden Unternehmen stellt hier die Anpassung der Lernkultur und der Lernkonzepte an die neuen Entwicklungen dar. [7]

Aber um es mit den Worten des BMBF zu sagen: Die heutige Digitalisierung kann als vierte industrielle Revolution betrachtet werden. Sie verlangt regelrecht nach einer Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft und das in Form von angemessener Kompetenzvermittlung für Auszubildende und Mitarbeiter. [9]

Für ein Unternehmen, das den Anschluss nicht verpassen möchte und das seine Mitarbeiter immer auf dem aktuellen Stand halten möchte, ist das Mobile Learning dauerhaft unerlässlich. Wenn die Einführung des mobilen Lernens Teil der Unternehmenskultur wird, habe alle Beteiligten einen großen Gewinn.

BRAINYOO und HUK – ein Team, das zeigt, wie es laufen kann

Einer der größten Versicherer Deutschlands mit mehr als 10.000 Mitarbeitern und alleine knapp 300 Auszubildenden am Hauptstandort Coburg, ist die HUK-COBURG. Sie wollte ihr Ausbildungskonzept über- arbeiten und unter anderem mithilfe von Mobile-Learning-Maßnahmen der Zielgruppe junger Auszubildender gerecht werden. Man suchte nach einer Nachhaltigkeit steigernden, mobilen Lernlösung, die einfach integrierbar, niedrigschwellig bedienbar und schnell einsatzbereit war.

Hier konnte BRAINYOO technologisch, didaktisch und inhaltlich überzeugen, sodass an dieser Stelle eine erfolgreiche Zusammenarbeit startete.

In enger Zusammenarbeitet entwickelten beide Partner gemeinsam einen Workflow zur Nutzung der Lernsoftware für die Auszubildenden des Unternehmens.

Mittlerweile wird BRAINYOO nicht nur bei unterschiedlichen Ausbildungsberufen innerhalb des Unternehmens eingesetzt, auch die Auszubildenden im kaufmännischen Bereich haben gemeinsam mit ihren Ausbildungsleitern HUK-eigene Fragen entwickelt, die nun firmenintern genutzt werden können.

Eine wirklich für alle Beteiligten gewinnbringende und fruchtbare Zusammenarbeit wurde sogar vom eLearning Journal im Jahr 2020 mit einem Award in der Kategorie „Ausbildung“ ausgezeichnet. [10]
Wir freuen uns sehr, diesen Erfolg mit unserem erfolgreichen Partner feiern zu dürfen!

Dieser Beitrag wurde erstellt von unserer Mitarbeiterin Jennifer Hiort (Mai 2020)

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Quellen

[1] Kukulska-Hulme, Agnes u. a.(2009): Innovation in Mobile Learning: a European Perspective. In: International Journal of Mobile and Blended Learning.

[2] Gloerfeld, Christina (2018): Mobile Learning – was ist eigentlich der Kern? Eine Quintessenz aus Theorien, Modellen und Konzepten. In: de Witt, C. und Gloerfeld, C. (Hrsg.): Handbuch Mobile Learning, Wiesbaden. 257–282.

[3] Barbosa und Geyer (2005): Pervasive Personal Pedagogical Agent: A Mobile Agent Shall Always Be a Learner. Proceeding of IADIS International Conference Mobile Learning, Malta, 281–285.

[4] Sharples, Taylor, Vavoula (2005): Towards a Theory of Mobile Learning. University of Birmingham.

[5] https://www.bmbf.de/de/nationale-weiterbildungsstrategie-8853.html, letzter Zugriff 02.04.2020_10.46 Uhr

[6] Olearczyk, J. und Kauffeld, S. (2019): Mobile Learning. In: Kauffeld, S. und Othmer, J. (Hrsg.): Handbuch Innovative Lehre, Wiesbaden. 191–200.

[7] Schulz, Sandra (2020): Selbstreguliertes Lernen mit mobil nutzbaren Technologien. Lernstrategien in der beruflichen Weiterbildung, Wiesbaden.

[8] Gloerfeld, C. und Sieber, A. (2013): Mobiles Lernen in der beruflichen Bildung – Darstellung der Forschungsergebnisse mobiler Lernszenarien für Berufskraftfahrer und Auszubildende der Elektrotechnik. In: Mobile Learning, Wiesbaden, 173–203.

[9] https://www.bmbf.de/upload_filestore/pub/Berufsbildung_4.0.pdf, letzter Zugriff 02.04.2020_10.46 Uhr

[10] https://www.elearning-journal.com/2020/02/05/kategorie-ausbildung/, letzter Zugriff 16.04.2020_11.35 Uhr