So funktioniert Lernen (Teil 1): Aufnahme und Ablage von Informationen

Posted on

Tagtäglich strömen Millionen von Informationen auf uns ein. Eine rote Ampel, eine  Menschenmenge in der Innenstadt oder der Verkehrsstau am Morgen. All das und noch Vieles mehr sind Informationen, die wir jeden Tag wahrnehmen.  Sie prasseln geradezu auf uns ein. Natürlich müssen all diese Daten verarbeitet und abgespeichert werden. Aber wie funktioniert das eigentlich?

Ganz einfach: Durch einen Reiz wird eine Information aufgenommen und an unser Gehirn gesendet. Dieser Reiz kann dabei von visueller, auditiver, haptischer, olfaktorischer oder gustatorischer Natur sein. Die eingehende Menge der Informationen hängt von der Art des Reizes ab.

Der wahrgenommene Reiz trifft auf eine Sinneszelle im Gehirn, welche den Reiz als Spike, einen elektrischen Erregungsimpuls, an eine Nervenzelle und deren Nervenfaserendung weiterleitet (Ultrakurzzeitgedächtnis).

Dieser Spike kreist nun zwischen den Nervenfaserendungen, den Synapsen, verschiedener Nervenzellen (Kurzzeitgedächtnis). Beim Kreisen in sich wiederholenden und bestimmten Bahnen lässt er Spuren zurück, die sich dann im Gehirn einprägen. Durch die Festigung der Nervenbahnen entstehen so später solide Verbindungen (Engramme). Diese Engramme bilden das Langzeitgedächtnis.

Beim Vorgang des Erinnerns hängt dann alles von diesen Engrammen ab, denn das Bewusstsein wird auf sie zurückgreifen. Sollte das Bewusstsein bei der Suche auf nichts oder etwas Anderes stoßen, dann kommt es zu Störungen im Gehirn, was zur Folge hat, dass Informationen verloren gehen.

Einprägen von Informationen

Eine entscheidende Rolle beim Einprägen von Informationen (Übergang von Kurzzeitgedächtnis zu Langzeitgedächtnis) spielt der Hippocampus. Er wirkt wie ein Filter, wo alle Informationen durchmüssen. Informationen, die mit Gefühlen verbunden sind, gelangen besonders einfach in das Langzeitgedächtnis. Wichtig dafür ist neben der Art des Gefühls auch die Gefühlsintensität.

Die Daten werden dann im Gedächtnis abgelegt. Das Gedächtnis ist jedoch kein Ort im Gehirn. Nein, es ist vielmehr ein psychisches System, dass Informationen aufnehmen (lernen), bei Bedarf abrufen (reproduzieren) oder über einen langen Zeitraum abspeichern kann (merken, behalten).

Am Gedächtnis sind viele verschiedene Hirnregionen sowohl als auch eine ganze Reihe von psychischen Prozessen beteiligt.

Um uns aber an etwas erinnern zu können, also Informationen aus dem Gedächtnis abrufen zu können, muss erstmal etwas dort hineingelangen. Was bedeutet, es muss gelernt werden.


FIND US ON FACEBOOK