So funktioniert Lernen (Teil 2): Wie geht lernen?

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Jeder muss es mal: Lernen. Egal, ob für Schule, Ausbildung, Weiterbildung oder Studium. Dabei lernen wir schon von Geburt an. Wir nehmen Informationen auf und speichern sie ab, um sie später wieder abrufen zu können beispielsweise für eine Arbeit. Lernen ist Bestandteil jedes Lebens, ob freiwillig oder nicht. Jetzt stellen wir uns aber die Frage: Wie geht lernen? Die Antwort kennt eigentlich jeder oder?

Allgemein gesagt ist Lernen die Reaktion unseres Gehirnes auf Erfahrungen, die gemacht werden. Jedoch können wir eigentlich erst vom Lernen sprechen, wenn eine Erfahrung eine langfristige und nachhaltige Veränderung im Gehirn bewirkt. Im Gehirn entstehen durch Lernen also neue neuronale Verbindungen, also Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen, die sich je öfter ein Mensch eine bestimmte Lernerfahrung macht, verstärken. Lernerfahrungen sind zudem effektiver, wenn im Lernprozess bereits so viele Eingangskanäle wie möglich angesprochen werden.

Lernen ist also nichts anderes als die Aufnahme und die Ablage von Informationen ins Langzeit-Gedächtnis. Dies passiert aber nicht durch alleiniges stumpfsinniges Wiederholen sondern dadurch, dass der neue Lernstoff mit den bereits errungenen Lernstoff verknüpft wird. Dabei werden Einzelheiten mit anderen Einzelheiten zu einer qualitativ höheren Einheit fusioniert. Diese Einheit wird durch die geistige Anstrengung von Selektion (Auswahl), Koordination (Verbinden, Abstimmen), Integration (Miteinbeziehung), Komparation (Vergleich), Reduktion (Abbau, Zurückführung), Abstraktion (Gedankliche Verallgemeinerung) sowie durch die Hierarchiebildung (Aufbau eines Ordnungs- und Beziehungssystems) erreicht. Dafür muss der Lernstoff jedoch in ein schon existierendes Netz von Informationen hineinfallen.

Beim Lernen gibt es viele verschiedene Lerntypen. Es gibt beispielsweise den visuellen, den mediumsorientierten oder den auditiven Lerntyp, um nur einige zu nennen. Grundsätzlich steht keiner dieser Lerntypen für sich allein, eher handelt es sich um Mischtypen, welche sich flexibel der jeweiligen Gegebenheit anpassen können.

Bild: Lars Ebbersmeyer, Wikimedia Commons


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