So funktioniert Lernen (Teil 3): Störfaktoren beim Lernen

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Quelle Wikimedia Commons - Autor Volker71

Das kennt doch jeder. Man will lernen, sitzt am Schreibtisch und kann sich einfach nicht konzentrieren. Aber die Prüfung steht an und die Inhalte müssen verinnerlicht werden, damit sie später abgerufen werden können. Warum kann man manchmal nicht lernen? Oder besser gesagt: Was sind Störfaktoren beim Lernen?

Viele Menschen verwenden beide Gehirnhälften für unterschiedliche Typen der geistigen Aktivität. Während die linke Seite für die „männlichen“ bzw. „akademischen“ Aufgaben eingesetzt wird, wird die rechte Seite dagegen eher für „weibliche“ oder „gefühlsbetonte“ Vorgänge des Erfahrens und Erfassens in Anspruch genommen. Wenn jedoch beide Bereiche des Gehirns gezielt trainiert sind,                  kann sich der Lernstoff umso besser festigen.

Der Prozess des Behaltens (auch Codierung genannt) kann jedoch auch schief gehen, wenn:

  • sich der neue Lernstoff nicht mit bereits vorhandenen verbinden lässt. Beispiel: grammatische Begriffe in Deutsch oder Fremdsprachen
  • der neue Lernstoff für den Büffelnden zu verwirrend, unübersichtlich oder sprachlich unverständlich ist. Beispiel: der Lehrer überhäuft seine Schüler mit Wissen.
  • eine Langzeitgedächtnis-Interferenz auftritt. Dabei werden Informationen unterschiedlich aufgefasst und bereits in das Langzeitgedächtnis (LZG) übertragen, obwohl sie gemeinsame Merkmale aufweise: Im Endeffekt verschmelzen sie dann zu einer missverständlichen Information.
  • eine LZG-KZG-Interferenz aufkommt. Das neue Wissen kommt dabei mit dem bereits erlernten Wissen in Konflikt, denn beide „Wissenpakete“ gleichen sich zu sehr. Daher können zwei Ergebnisse möglich sein. Entweder das neue Wissen löscht / blockiert das schon gespeicherte Wissen (retroaktive Hemmung) oder das alte Wissen verhindert das Speichern und Verstehen des neuen Wissens (proaktive Hemmung).
  • eine Kurzzeitgedächtnis-Interferenz auftritt. Die neu hinzugekommen Daten wiedersprechen den in Kurzzeitgedächtnis bereits vorhandenen Daten. Beide Informationen blockieren einander und gehen dann verloren.

Diese besonders schwer zu behebende Codierungsfehler lassen sich auf sogenannte Interferenzen zurückführen. Interferenzen sind Störungen, die wechselseitig beim Speichern von Daten, die ähnlich klingen oder ähnlich funktionieren, auftreten. Genau wie z.B. beim Fernsehempfang überlagern sich diese Daten und richten Chaos an.

Bild von Volker 71 (Volker 71) [GFDL oder CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

 


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