Wann beginnt die Cyber-Sucht?

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„Ein ungewaschener Süchtiger sitzt in Windeln vor einem Bildschirm“ – mit diesem Bild beginnt Focus die Beschreibung von Internetsucht. Vernachlässigte Körperhygiene und Windeln tragen, um die Zeit am PC nicht unterbrechen zu müssen, sind extreme Symptome einer Sucht, die der Wissenschaft noch einige Rätsel aufgibt. Phänomene wie die Spielsucht sind schon lange bekannt, doch welche Rolle hat hier das Internet? Ist es lediglich die Mutation dieses alten Phänomens oder steht die Sucht nach dem Cyberspace auf einem neuen Blatt?

Erste Studien diagnostizieren eine halbe Million Deutsche als internetsüchtig. Doch wo endet normales Nutzungsverhalten und wo beginnt die Sucht? Focus zählt zehn Merkmale zur Früherkennung auf, von denen einige erschreckend vertraut klingen mögen: Internetgebrauch über Tage hinweg, immer längere Aufenthalte im Netz, Nervosität, wenn das Internet ausfällt. Mit dem selten ausgeschalteten Smartphone ist man durchgehend online. Wenn das Internet ausfällt, kann man an seinem Arbeitsplatz häufig nichts mehr erledigen oder Zuhause nicht mehr für die Uni lernen. Kein Wunder also, dass man ohne Internet nervös wird. Ist jeder, der während eines Gespräches sein Smartphone checkt, vielleicht schon abhängig? Die Wissenschaft einigte sich bisher darauf, dass sich Internetsucht als Störung der Impulskontrolle beschreiben lässt (vgl. hier). Der Nutzer kann also nicht mehr kontrollieren, wann er das Internet wie nutzt. Kombiniert mit schweren Symptomen wie sozialer Isolation, verzerrter Realitätswahrnehmung oder Verarmung, scheinen sich die Süchtigen dann doch relativ schnell vom normalen Nutzer abgrenzen zu lassen. Trotz der vielen, positiven neuen Möglichkeiten, die das Netz uns eröffnet, dürfen wir nicht vergessen, uns auch die Risiken bewusst zu machen.

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